Bei heftigen Gewittern fahre ich in die Nacht hinein. Es blitzt und donnert unaufhörlich. Die Autobahn ist in einem tadellosen Zustand und kaum befahren. Ich bin sehr froh darum, denn Müdigkeit bemächtigt sich meiner. Ich bin bereits über zehn Stunden unterwegs, mit nur kurzen Fotostopps und einem Mittagshalt in einem lokalen Kaffee. Mein Navi, also Google, führt mich direkt zum Camping, den ich mir vor einer Stunde im Internet herausgesucht hatte. Nun schüttet es gerade wieder so richtig und ich stehe vor einem verschlossenem Camping. Macht nichts, es soll hier viele weitere geben. Leider nur viele ebenso verschlossene! Wie ich später im einzig geöffnetem Camp erfahre, fängt die Saison erst im Mai an. 
Wie es aber beim Reisen immer ist: Am Schluss kommt doch noch alles gut, weil man irgendwo einen Helden oder eine Heldin findet, die sich einem annimmt: Sie fährt mir mit ihrem Auto zum eizigen geöffnetem Camping vor und verabschiedet mich dort wie eine alte Bekannte und wünscht mir für meine weitere Reise alles Gute! Genau das sind die Momente die emotional im Gedächtnis bleiben und die ich noch viele Jahre immer wieder erzählen werde.