Lesotho nahe am Himmel
Steinig und steil führen uns Serpentinen auf den 2800 Meter hohen Sanipass. Immer wieder haben Wasserläufe tiefe Rinnen aus der Fahrspur gewaschen und einige Bäche sind durch befestigte Senken zu queren. Die steil abfallenden Hänge sind mit blühenden Protea-Sträuchem bewachsen. Einige Sonnenstrahlen fingern durch die dicke Wolkendecke und lassen die zarten rosaroten Blüten wie Kerzen am Christbaum erstrahlen Darüber die steinigen Felsnadeln, die majestätisch gegen den Himmel ragen und diesen, so scheint es, fast berühren.
Mit langsamen, schwerfälligen Schritten hinkt ein alter Mann der Strasse entlang. Barfüssig, in dunkle Stoffe gekleidet, die an ihm herabhängen wie an einem «Schmulzli». Er trägt gebündelte Holzäste auf seinen Schultern. Wir halten an und nehmen Brot, Kekse und und ein altes Fleece-Hemd hervor. Wie vom Blitz getroffen lässt der Mann seine schwere Last zu Boden fallen und rennt mir humpelnd entgegen. Sein Gesicht, tief zerfurcht und ledrig, lacht jetzt. Seine Augen strahlen feucht vor Freude. Er nimmt all die Sachen eifrig entgegen, greift meine beiden Hände, führt sie wie zum Gebet aneinander und beugt sich ehrfürchtig darüber, bis ich seine Lippen spüre. Eine Geste unsagbarer Dankbarkeit, wie man sie nicht mehr kennt in Europa. Mit einer solch überraschenden Situation weiss ich nicht umzugehen. Peinlich berührt, mit Tränen in den Augen, wende ich mich ab und wir fahren weiter. Er winkt uns nochmals freudig nach. Mit dem Pass erreichen wir das Hochland Lesotho. Grüne, grasbewachsene Berghänge schwingen sich leicht wie Wellen bis zum Horizont. Die idyllischen Steinrundhütten mit den Strohdächern gliedern sich so ins Landschaftsbild ein, dass wir das Dorf Sani erst gar nicht erkennen. Nur die typische Rauchglocke darüber lasst uns erahnen, dass hier Behausungen sind, in denen die Leute um ihre offenen Feuer sitzen. Es ist bitter kalt und die, in dicke Wolldecken gehüllten Basothos sehen aus wie wandelnde ägyptische Mumien.
Freundlich und offen winken sie uns zu. Wir schlendern durch das Dorf und kommen zu einem Laden. Äusserlich ist er kaum von den umliegenden Hütten zu unterscheiden, eine Menschenansammlung vor dem Eingang weist aber darauf hin. Vom Besitzer werden wir stolz eingeladen einzutreten. Er habe sogar Bier, preist er seine Ware an. Der dunkle, rauchige Raum enthält eine modernde Feuerstelle und zwei kleine Holzregale, auf denen säuberlich Zigaretten, Bier, UHT-Milch und Süssigkeiten aufgereiht sind. Alles Artikel aus dem benachbarten Industriegiganten Südafrika. Im Laufe des Abends taucht das Wetter die Landschaft spektakulär in alle möglichen Stimmungen. Was in einem Moment noch in gleissendem Licht aufleuchtet, wird im nächsten schon wieder von vorüberziehenden dunklen Wolken bedeckt. Ein Gewitter eigiesst sich über unseren Lagerplatz und ein Regenbogen spannt sich bis tief ins Tal. Später glühen die letzten orangen Strahlen an den Hängen und das Tal füllt sich mit einem Nebelmeer.
Das Königreich im Himmel, wie Lesotho genannt wird, ist eine grandiose Hochebene auf über 2000 Metern über Meer und erinnert stark an Tibet. Ein Drittwelt-Land, das «nahe am Himmel» ursprünglich geblieben ist. In dem die Menschen ihre Äcker mit Ochsengespann und Pflug bestellen, in dem die Frauen ihre Wäsche an den Flüssen im eisigen Wasser waschen und in dem mittellose Hirten mit ihren Tieren umherziehen, auf der Suche nach guten Weideplätzen. Unter ihren zerschlissenen Anoraks tragen sie nur Tücher, die sie wie Windeln um ihre hageren Körper winden.
Andere Bilder, die uns begegnen, sind leicht mäandernde Flussläufe. Sich über Felsplatten ergiessende Wasserfälle und tief ausgewaschene Schluchten. Weite grüne Berghänge wechseln sich ab mit angepflanzten Terrassefeldern und natürlichen Dörfern. Erst als wir den riesigen Katze-Staudamm erreichen, werden wir ins zwanzigste Jahrhundert zurückgeholt, und unser Traum, uns in vergangenen Zeiten zu bewegen, nimmt ein jähes Ende. So ernüchternd ist dieses Projekt: Wasserkraft als Exportprodukt für Südafrika. Ungeachtet der Bedürfnisse der Basothos setzt man ihre Acker- und Weideflächen unter Wasser und vergewaltigt ungefragt die Natur.
Mit langsamen, schwerfälligen Schritten hinkt ein alter Mann der Strasse entlang. Barfüssig, in dunkle Stoffe gekleidet, die an ihm herabhängen wie an einem «Schmulzli». Er trägt gebündelte Holzäste auf seinen Schultern. Wir halten an und nehmen Brot, Kekse und und ein altes Fleece-Hemd hervor. Wie vom Blitz getroffen lässt der Mann seine schwere Last zu Boden fallen und rennt mir humpelnd entgegen. Sein Gesicht, tief zerfurcht und ledrig, lacht jetzt. Seine Augen strahlen feucht vor Freude. Er nimmt all die Sachen eifrig entgegen, greift meine beiden Hände, führt sie wie zum Gebet aneinander und beugt sich ehrfürchtig darüber, bis ich seine Lippen spüre. Eine Geste unsagbarer Dankbarkeit, wie man sie nicht mehr kennt in Europa. Mit einer solch überraschenden Situation weiss ich nicht umzugehen. Peinlich berührt, mit Tränen in den Augen, wende ich mich ab und wir fahren weiter. Er winkt uns nochmals freudig nach. Mit dem Pass erreichen wir das Hochland Lesotho. Grüne, grasbewachsene Berghänge schwingen sich leicht wie Wellen bis zum Horizont. Die idyllischen Steinrundhütten mit den Strohdächern gliedern sich so ins Landschaftsbild ein, dass wir das Dorf Sani erst gar nicht erkennen. Nur die typische Rauchglocke darüber lasst uns erahnen, dass hier Behausungen sind, in denen die Leute um ihre offenen Feuer sitzen. Es ist bitter kalt und die, in dicke Wolldecken gehüllten Basothos sehen aus wie wandelnde ägyptische Mumien.
Freundlich und offen winken sie uns zu. Wir schlendern durch das Dorf und kommen zu einem Laden. Äusserlich ist er kaum von den umliegenden Hütten zu unterscheiden, eine Menschenansammlung vor dem Eingang weist aber darauf hin. Vom Besitzer werden wir stolz eingeladen einzutreten. Er habe sogar Bier, preist er seine Ware an. Der dunkle, rauchige Raum enthält eine modernde Feuerstelle und zwei kleine Holzregale, auf denen säuberlich Zigaretten, Bier, UHT-Milch und Süssigkeiten aufgereiht sind. Alles Artikel aus dem benachbarten Industriegiganten Südafrika. Im Laufe des Abends taucht das Wetter die Landschaft spektakulär in alle möglichen Stimmungen. Was in einem Moment noch in gleissendem Licht aufleuchtet, wird im nächsten schon wieder von vorüberziehenden dunklen Wolken bedeckt. Ein Gewitter eigiesst sich über unseren Lagerplatz und ein Regenbogen spannt sich bis tief ins Tal. Später glühen die letzten orangen Strahlen an den Hängen und das Tal füllt sich mit einem Nebelmeer.
Das Königreich im Himmel, wie Lesotho genannt wird, ist eine grandiose Hochebene auf über 2000 Metern über Meer und erinnert stark an Tibet. Ein Drittwelt-Land, das «nahe am Himmel» ursprünglich geblieben ist. In dem die Menschen ihre Äcker mit Ochsengespann und Pflug bestellen, in dem die Frauen ihre Wäsche an den Flüssen im eisigen Wasser waschen und in dem mittellose Hirten mit ihren Tieren umherziehen, auf der Suche nach guten Weideplätzen. Unter ihren zerschlissenen Anoraks tragen sie nur Tücher, die sie wie Windeln um ihre hageren Körper winden.
Andere Bilder, die uns begegnen, sind leicht mäandernde Flussläufe. Sich über Felsplatten ergiessende Wasserfälle und tief ausgewaschene Schluchten. Weite grüne Berghänge wechseln sich ab mit angepflanzten Terrassefeldern und natürlichen Dörfern. Erst als wir den riesigen Katze-Staudamm erreichen, werden wir ins zwanzigste Jahrhundert zurückgeholt, und unser Traum, uns in vergangenen Zeiten zu bewegen, nimmt ein jähes Ende. So ernüchternd ist dieses Projekt: Wasserkraft als Exportprodukt für Südafrika. Ungeachtet der Bedürfnisse der Basothos setzt man ihre Acker- und Weideflächen unter Wasser und vergewaltigt ungefragt die Natur.
Lesotho Sky
Begleitung der Pilot-Tour zum Mountainbike-Rennen
Marcel begleitet mit dem Mitsuchüeli II die Pilot-Tour für das jährliche Mountainbike-Rennen Lesotho-Epic
Unser Freund Christian Schmidt, aufgewachsen in Deutschland und Lesotho, hat im Januar 2011 mit einigen Freunden eine Bike-Tour quer durch das "Königreich nahe am Himmel" organisiert. Während seines Studiums in Südafrika gründete er die Firma Lesotho-Sky , die mittlerweile eine feste Institution in Lesotho ist. Das internationale Mountainbike-Rennen "Lesotho Sky" findet seit November 2011 nun jährlich statt.
Nebst den bikenden Teilnehmern brauchte die Pilot-Tour im Jan. 2011 natürlich motorisierte Begleitung: Hier wurde das Mitsuchüeli II auf eine harte Probe gestellt. Sowohl das Material selber wie auch die Ausrüstung wurden mal unter ganz anderen Bedingungen als sonst bei den Reisen getestet.
Das Fahrzeug hat sich so bewährt, dass Christian uns das Mitsuchüeli II später abgekauft hat und es damit offizielles Tourenfahrzeug der Lesotho-Epic wurde.
Unser Freund Christian Schmidt, aufgewachsen in Deutschland und Lesotho, hat im Januar 2011 mit einigen Freunden eine Bike-Tour quer durch das "Königreich nahe am Himmel" organisiert. Während seines Studiums in Südafrika gründete er die Firma Lesotho-Sky , die mittlerweile eine feste Institution in Lesotho ist. Das internationale Mountainbike-Rennen "Lesotho Sky" findet seit November 2011 nun jährlich statt.
Nebst den bikenden Teilnehmern brauchte die Pilot-Tour im Jan. 2011 natürlich motorisierte Begleitung: Hier wurde das Mitsuchüeli II auf eine harte Probe gestellt. Sowohl das Material selber wie auch die Ausrüstung wurden mal unter ganz anderen Bedingungen als sonst bei den Reisen getestet.
Das Fahrzeug hat sich so bewährt, dass Christian uns das Mitsuchüeli II später abgekauft hat und es damit offizielles Tourenfahrzeug der Lesotho-Epic wurde.